Ausschuss-Anhörung: Antifeminismus als Brückenideologie
Der Ausschuss für Verfassungsschutz hat in einer öffentlichen Anhörung über Antifeminismus als sogenannte Brückenideologie gesprochen, die rechtsextremistische und islamistische Milieus miteinander verbindet. Innensenatorin Spranger erklärte, antifeministische und frauenfeindliche Positionen seien fester Bestandteil der Propaganda beider Spektren, etwa in salafistischen Predigten, Islamunterrichten und Büchern, die Frauen auf Geburt, Erziehung und Haushalt reduzieren und ein angebliches Züchtigungsrecht des Mannes behaupten. Als Beispiel nannte sie ein YouTube-Video des salafistischen Predigers Abul Baraa, der den Feminismus als mit dem Islam unvereinbar bezeichnet. Angehört wurden die Expert*innen Sabine Herberth, Katrin Hünemörder, Andreas Kemper und Rebecca Schönenbach sowie Vertreter*innen der Landeskommission Berlin gegen Gewalt. Die Grünen-Fraktion wollte damit eine Bestandsaufnahme der Lage in Berlin und einen Einblick in die Bewertung und Arbeit des Verfassungsschutzes erreichen; konkrete Beschlüsse wurden nicht gefasst.