Leichenschauscheine: Keine Daten zu Suizid-Hotspots in Berlin
Die Grünen-Abgeordnete Catrin Wahlen wollte wissen, wann der Berliner Leichenschauschein zuletzt überarbeitet wurde und ob der Senat weiß, wo in Berlin am häufigsten Suizide begangen werden. Der Senat antwortet: Die letzte Überarbeitung erfolgte 2016, damals wurden Felder zum Geschlecht ("unbestimmt") und zum Todeszeitraum ergänzt; die nächste Änderung ist im Rahmen einer Vierten Verordnung zum Bestattungsgesetz bereits in Arbeit. Konkrete Suizid-Hotspots kennt der Senat nicht – die Leichenschauscheine erfassen den Sterbeort nur grob, am häufigsten als "nicht näher bezeichneter Ort des Ereignisses". Ein systematisches Monitoring des Formulars gibt es nicht; Rückmeldungen kommen fast nur aus dem Zentralarchiv für Leichenschauscheine beim Gesundheitsamt Reinickendorf. Praktische Folge: Aussagen über gefährliche Orte und daraus abgeleitete Schutzmaßnahmen sind auf dieser Datenbasis kaum möglich.