Berlin erfasst nicht, wohin Careleaver nach der Jugendhilfe ziehen
Der SPD-Abgeordnete Alexander Freier-Winterwerb fragt, wie viele junge Menschen zwischen 17 und 26 Jahren nach stationärer Jugendhilfe in Berlin ohne Wohnung dastehen und ob der Senat das überhaupt nachvollziehen kann. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie verweist für Fallzahlen und Hilfebeendigungen lediglich auf zwei Anlagen und räumt für die Kernfrage ein: Wohin die jungen Menschen nach dem Ende der Hilfe gehen, wird statistisch überhaupt nicht erfasst. Ob sie in eine eigene Wohnung, zu Freunden, in eine ASOG-Unterkunft oder in die Obdachlosigkeit wechseln, ist damit unbekannt. Die zentrale Forderung des Fragestellers, kein junger Mensch dürfe aus der Jugendhilfe in die Wohnungslosigkeit entlassen werden, bleibt unbeantwortet; ein berlinweites Monitoring ist bislang nicht eingeführt. Damit fehlt der Politik die Datengrundlage, um ein bekanntes Problem gezielt zu beheben.