22 Verfahren zu Online-Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Die Grünen-Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz und Vasili Franco fragten den Senat, was Berliner Sicherheitsbehörden über gezielte digitale Manipulation von Kindern und Jugendlichen („Toxic Influence") wissen. Die Polizei Berlin kennt bislang 15 Sachverhalte, aus denen 22 Strafermittlungsverfahren hervorgingen – und geht von einer unbekannten Dunkelziffer aus. Im Fokus steht das transnationale, dezentral organisierte „COM"-Netzwerk auf Telegram und Discord, dem Delikte von Krypto-Betrug über Sextortion bis zu Amok- und Terrorbezügen zugeordnet werden. Die meist männlichen Täter suchen demnach auf Gaming-Plattformen gezielt Kontakt zu Minderjährigen, bauen Abhängigkeiten auf, erpressen intime Aufnahmen und nötigen die Opfer zu immer extremeren Handlungen. Eine Auswertung nach Jahren ist laut Polizei nicht möglich, da die Tatmotivation nicht automatisiert erfasst wird; im Landeskriminalamt wurde dafür eine zentrale Kontaktstelle eingerichtet.