Berlin: Keine Daten zu Wartezeiten auf Psychotherapieplätze
Die GRÜNEN-Abgeordneten Silke Gebel und Catherina Pieroth-Manelli fragten den Senat, wie sich Wartezeiten auf psychotherapeutische Erstgespräche und Therapieplätze seit 2020 entwickelt haben und wie viele Kostenerstattungsanträge in Berlin gestellt wurden. Die Antwort fällt ernüchternd aus: Der Senat hat keine eigenen Daten, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin darf Wartelisten nicht systematisch abfragen, und aus den Zahlen der Terminservicestelle lassen sich laut KV keine validen Aussagen ableiten – längere Wartezeiten seien nur als Einzelfälle bekannt. Zahlen zu Kostenerstattungsverfahren verweigert der Krankenkassenverband vdek mit Verweis auf wettbewerbsrelevante Informationen, betont aber, Berlin sei bei Psychotherapeut*innen rechnerisch „überversorgt“ und die Versorgung „auf einem guten Niveau“. Die KV Berlin warnt dagegen, dass Honorarabsenkungen und das GKV-Beitragssatzgesetz zu einer „signifikanten Reduktion des Versorgungsangebotes“ führen könnten. Für gesetzlich Versicherte bleibt damit unklar, wie lange sie real auf einen Therapieplatz warten – belastbare Zahlen dazu existieren offiziell nicht.