Polizei kann Ausmaß queerfeindlicher Überfälle via Dating-Apps nicht beziffern
Der Linke-Abgeordnete Dr. Klaus Lederer fragte den Senat, wie viele queerfeindliche Überfälle in Berlin über Dating-Apps wie Grindr angebahnt werden und welche Tatmuster es gibt. Die Antwort der Innenverwaltung: Die Polizei Berlin kann dazu keine validen Zahlen liefern, weil Straftaten nach Delikt erfasst werden und die sexuelle Orientierung bei der Anzeige nicht standardmäßig aufgenommen wird. Auch der Kriminalpolizeiliche Meldedienst für Politisch motivierte Kriminalität gibt keine Auskunft. Die Polizei beobachtet das Phänomen aber mit erhöhter Aufmerksamkeit und arbeitet eng mit queeren Netzwerken zusammen. Bei der Prävention mit den Plattformbetreibern gibt es kaum Fortschritte: Viele verweisen auf gesetzliche Mindestpflichten, teils kommt gar keine Rückmeldung, und bei Grindr fehlen Profilcodes, was die Nachverfolgung praktisch aussichtslos macht.